Bürgernahe Planungshilfe: Das integrierte Quartierskonzept

Fit für die Zukunft

Bürgernahe Planungshilfe: Das integrierte Quartierskonzept 

Integrierte Quartierskonzepte helfen, gemeinsam mit den Menschen vor Ort CO2-Emissionen zu vermindern und eine nachhaltige Stadtentwicklung in Gang zu setzen.

Für die meisten Kommunen bedeutet die energetische Sanierung des Gebäudebestands eine große Herausforderung. Dabei rücken zunehmend ganze Quartiere, weniger einzelne Gebäude in den Fokus. Die Gesamteffizienz kann so erhöht werden. Gewusst wie ein Quartierskonzept liefert Ihnen einen bürgernah entwickelten, spezifisch auf das Quartier Ihrer Wahl zugeschnittenen Maßnahmenkatalog. Damit haben Sie eine ideale Grundlage, die energetische Sanierung erfolgreich anzustoßen und CO2-Emissionen zu reduzieren. Gleichzeitig hilft es Ihnen, zukünftige Investitionen gezielt planen und umsetzen zu können – für eine energetisch optimierte Zukunft. 


Das Quartier im Blick – Vorteile

Synergien: Gleiche Gebäudetypen, gleiche Lösungen

Erfolgreich sanierte Objekte wirken als „Zugpferde“

Homogene Zielgruppen erleichtern eine effiziente Ansprache

Die Einbindung derjenigen, die im Quartier wohnen, wird möglich

Eine effiziente Versorgung über Wärmenetze ist denkbar


In 4 Schritten zum Quartierskonzept

Stadtweit nachhaltig entwickeln

Der Quartiersansatz befördert auch eine nachhaltige Stadtentwicklung. Durch ihre intensive Bürgernähe verknüpfen Quartierskonzepte energetische Gesichtspunkte mit städtebaulichen Themen, berücksichtigen demografische Entwicklungen und fragen nach nachhaltiger Mobilität. Nicht selten entfacht die quartierseigene Energiewende ein Umdenken in der kompletten Stadtplanungs- und Lebensraumgestaltung. In dem Fall wird ein Quartierskonzept zur Strukturverbesserungsmaßnahme für die gesamte Stadt!

Foerderung

Die KfW fördert Sie und übernimmt:
  • bis zu 65 Prozent der Kosten für Ihr Integriertes Quartierskonzept
  • bis zu 65 Prozent der Kosten (max. 250.000 €) für eine/n Sanierungsmanager*in (max. 5 Jahre)

Nicht ohne die Menschen vor Ort – wir nehmen Sie mit!

Ein Quartierskonzept bindet die Bürger*innen in kommunale Klimaschutzaktivitäten mit ein. Seit Jahren leiten wir Bürgerworkshops, veranstalten Exkursionen, organisieren Infoabende, holen die Menschen geübt mit unserem Ingenieurswissen da ab, wo sie stehen. 


Ein Stadtbaumeister im O-Ton

 

Thomas Kölschbach
Thomas Kölschbach, ehemaliger Stadtbaumeister von Meßkirch

„Dank der Energieagentur Regio Freiburg haben wir unsere Potenziale aufgedeckt und die Bevölkerung mit ins Boot geholt. Und wir wissen nun: Es ist machbar, die Leerstände in den Griff zu kriegen und unsere Dörfer attraktiver zu machen. Jetzt fehlt nur noch eine Person, die sich um die Umsetzung kümmert, Sanierungswillige berät und begleitet – eine*n Sanierungsmanager*in! Mit dem Quartierskonzept haben wir die Voraussetzung dafür erfüllt, dass solch eine Stelle bis zu 5 Jahre mit 65 Prozent gefördert wird.”

Unsere Fachleute haben für Meßkirchs Energie-Spar-Dörfer das Quartierskonzept entwickelt. Hier lesen Sie mehr dazu


Weitergedacht: Das Sanierungsmanagement!

Mit dem Quartierskonzept haben Sie die Voraussetzung für die  Stelle eines*r Sanierungsmanagers*in erfüllt. Sie wird bis zu 5 Jahre mit 65 Prozent gefördert. Sanierungsmanager*innen begleiten, koordinieren und kontrollieren die im Konzept entwickelten Maßnahmen. Sie aktivieren und vernetzen alle beteiligten Menschen vor Ort. 

3 Quartiere – 3 spezielle Herausforderungen

Quartier 1

entstand in den 70er Jahren und produziert mit seinen Ölheizungen so viel CO2, dass Kommunalvertreter bei Erwähnung kommunaler Klimaziele sofort abwinken. Viele ältere Menschen leben dort allein in ihren Einfamilienhäusern. Warum sollten sie jetzt noch energetisch sanieren?

Quartier 2

ist geplagt von den typischen Problemen einer schlecht angebundenen Satellitengemeinde: Marode Gebäude, überalterte Bevölkerung, Leerstände. Die Jungen zieht es weg, nur wenige wollen dort wohnen bleiben. Endstation – oder lohnt es sich, hier zu investieren?

Quartier 3

liegt in einer historischen Kernstadt. Die Hauseigentümerschaft schreckt bei den vielen Denkmalschutz-Auflagen vor energetischen Sanierungen zurück. Doch viele, die gemietet haben, sind unzufrieden mit den hohen Nebenkosten, die das Leben in nicht sanierten Gebäuden mit sich bringt.

… eine Gemeinsamkeit

Die Gebäudebesitzer*innen sind wenig motiviert, energetisch zu sanieren. Ihnen fehlt der Einblick in Möglichkeiten, Nutzen und Förderungen. Sie fühlen sich alleine und tatsächlich sind sie es auch. Gleichzeitig haben sie – wie auch ihre Mieter – Wünsche, ihre Wohnbedingungen zu verbessern, sei es in punkto Mobilität, persönlichem Wohnkomfort, altersgerechter Infrastruktur, Nachhaltigkeit. Und häufig haben viele in einem Quartier die gleichen Bedürfnisse. 

Ein Quartierskonzept bringt alle Ideen und Wünsche auf den Tisch und entwickelt daraus ein Konzept, das für alle beteiligten Menschen vor Ort passt – Wohnende, Arbeitende, Verwaltende.

Integrierte Quartierskonzepte – Vorteile

  • Vorbildfunktion der Kommune
  • Regionale Wertschöpfung
    • Einsparungen bei öffentlichen Liegenschaften
    • Aufträge für das lokale Handwerk
    • Modernisierung und Wertsteigerung privater Immobilien
  • Aufwertung der Quartiere und Steigerung ihrer Anziehungskraft
  • Attraktive Fördermittel
  • Informationen, Öffentlichkeitsarbeit, Einbindung aller betroffenen Menschen

Weitere Informationen

Ihre Ansprechpartnerin
Julia Deutsch Bereichsleiterin Kommunale Konzepte EARF

Julia Deutsch
Bereichsleiterin Kommunale Konzepte

0761 / 791 77–29
julia.deutsch@earf.de