Volleinspeisung

Volleinspeisung

Photovoltaik-Strom vom Dach wird ohne Eigenverbrauch komplett ins öffentliche Netz eingespeist.

4. Volleinspeisung

Betreiberin: Gebäudeeigentümer*innen
Wirtschaftlichkeit: Sehr gering
EEG-Umlage: Entfällt
Aufwand: Sehr gering

Bei der „Volleinspeisung” wird der gesamte von der PV-Anlage erzeugte Strom ins öffentliche Netz eingespeist, ein Eigenverbrauch oder ein Verbrauch durch Dritte vor Ort findet nicht statt. Die Vergütungshöhe für den eingespeisten Strom wird im EEG 2023 separat erhöht, wenn nur eingespeist wird. Die finalen Sätze sind noch nicht veröffentlicht (Stand Juni 2022). Für die Anlage gilt der zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme gültige Satz (Einspeisevergütung) für 20 Jahre zzgl. dem Inbetriebnahmejahr und wird vom VNB ausgezahlt. Die „Volleinspeisung” ist das einfachste Konzept zum Betrieb einer PV-Anlage. Allerdings fällt der lukrative PV-Stromverbrauch im Gebäude weg. Sinnvoll ist die „Volleinspeisung” nur, wenn die Ausgaben für die Anlage durch die Einspeisevergütung gedeckt werden können oder wenn die Errichtung einer PV-Anlage vorgeschrieben ist, aber kein Interesse an einem Stromverbrauch vor Ort besteht. Die „Volleinspeisung” ist auch eine Option, wenn die WEG sich noch für kein Betriebskonzept entscheiden kann aber schon eine PV Anlage installieren will, denn der Wechsel zwischen Einspeisung und Verbrauch des Stroms vor Ort ist jederzeit möglich.


Geeignet für

Geeignet ist die „Volleinspeisung”, wenn die Anlagenbetreiberin möglichst wenig Aufwand haben möchte. Eine reine „Volleinspeisung” ist wirtschaftlich, wenn:

  • die Investitionskosten der Anlage gering sind, z.B. wenn kein Gerüst notwendig ist, der Zählerschrank nicht umgebaut werden muss und der Dachaufbau günstige Befestigungen ermöglicht.
  • die Stromerzeugung groß ist. Für die „Volleinspeisung” ist es unerheblich, ob der Strom morgens oder abends erzeugt wird. Wenn das Dach nach Süden ausgerichtet ist und im Idealfall einen Neigungswinkel zwischen 15 Grad und 50 Grad hat, erzeugt die Solaranlage am meisten Strom im Verhältnis zur installierten Leistung.
Wirtschaftlichkeit

Je größer die erzeugte Strommenge und je geringer die Investitionskosten, desto wirtschaftlicher ist eine reine „Volleinspeisung”. Das solare Potential des Dachs sollte möglichst ausgeschöpft werden. Ab einer Anlagengröße von 100 kWp zahlt die Netzbetreiberin nur noch die so genannte Ausfallvergütung (max. drei Kalendermonate am Stück, maximal sechs Kalendermonate im Jahr). Eine Förderung ist dann über die Marktprämie möglich, die bei einem Verkauf des Stroms an der Strombörse zusätzlich zum üblichen Marktpreis gezahlt wird. Hierfür empfiehlt es sich, einen Direktvermarktenden als Dienstleister*in in Anspruch zu nehmen.


Tipp

Ist die „Volleinspeisung” wirtschaftlich und die Rendite ausreichend, stellt die „Volleinspeisung” das einfachste Konzept zur Realisierung der PV-Anlage dar. Das Konzept ist für WEG nicht empfehlenswert, da hier eine reine Gewinnerzielungsabsicht vorliegt (fehlender Bezug zur gemeinschaftlichen Nutzung).

Betreiberin der Anlage

Gebäudeeigentümer*innen


Da der PV-Strom an ein Stromversorgungsunternehmen abgegeben wird, muss keine EEG-Umlage abführt werden.


Steuern

Hinsichtlich Umsatzsteuer ist die Kleinunternehmerregelung in aller Regel möglich. Allerdings ist bei Umsatzsteuer, Gewerbesteuer als auch bei der Körperschaftsteuer eine Einzelfall-Beurteilung notwendig (Beratung durch eine Steuerfachkraft).


Messkonzept

Ein Einspeisezähler reicht aus, ein Erzeugungszähler an der Anlage ist jedoch empfehlenswert.


Einmalig

  • Netzanschluss
  • Inbetriebnahme
  • Marktstammdatenregister
  • Anmeldung beim Finanzamt

Vierteljährlich

  • ggf. Umsatzsteuervoranmeldung

Jährlich

  • Eingespeiste Strommenge

Weitere Aufgaben

Der Betrieb der Anlage muss in der jährlichen Steuererklärung berücksichtigt werden.


Als die Einspeisevergütung noch höher war, wurden Dächer häufig von externen Betreiberinnen angemietet, um volleinspeisende Anlagen zu betreiben. Heute wählen nur noch wenige externe Betreiberinnen die „Volleinspeisung”, sondern vermarkten den Strom anderweitig.

Schritt für Schritt Anleitung

1. Vorbereitung
  • Klarheit über die genaue Durchführung des Konzepts und die Finanzierung schaffen.
  • Das Vorhaben „PV-Anlage auf dem Hausdach“ mit den Eigentümer*innen kommunizieren.
  • Informationen zu möglicher Ausführung geben.
  • Auf alle Fragen eingehen und eine Vertrauensbasis schaffen.
  • Das Betriebskonzept erläutern.
2. Durchführung
  • Der Solar-Installationsbetrieb installiert die PV-Anlage.