Allgemeinstromversorgung

Allgemeinstromversorgung

Der Solarstrom versorgt nur den Allgemeinstrom sowie die Wärmepumpe und senkt dort die jährlichen Stromkosten.

Anstatt den PV-Strom an die Wohnparteien zu liefern, kann der*die Gebäudeeigentümer*in die PV-Anlage selbst errichten und betreiben und für den eigenen Stromverbrauch verwenden. Es ist dabei unerheblich, ob es sich um eine natürliche oder juristische Person handelt, solange sie sowohl die PV-Anlage als auch die Verbraucher*in betreibt.

2.1
Allgemeinstromversorgung ohne Wärme


Durch den günstigen PV-Strom reduziert sich die Nebenkostenabrechnung aller Parteien.

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2.2
PV-Wärme


Mit dem günstigen PV-Strom kann der Allgemeinstrom und die Wärmepumpe versorgt werden und deren jährliche Kosten senken.

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2.1 Allgemeinstromversorgung ohne Wärme

Betreiberin: Gebäudeeigentümer*innen
Wirtschaftlichkeit: Gering
EEG-Umlage: Entfällt gänzlich ab 01.07.2022
Aufwand: Gering

Dieses Konzept empfiehlt sich, wenn die PV-Anlage zu klein für eine nennenswerte Mieterversorgung oder der Allgemeinstrombedarf des Gebäudes sehr hoch ist. Der Aufwand hinsichtlich Abrechnung ist als gering einzuschätzen.


Die Gebäudeeigentümer*innen finanzieren und betreiben die PV-Anlage. Die Deckung des Allgemeinstrombedarfs (Licht, Aufzug, Garagentor, etc.) wird als Eigenverbrauch anerkannt, da die entsprechenden Geräte auch von den Eigentümer*innen selbstverantwortlich betrieben werden. Dieser Strombedarf kann somit teilweise über die PV-Anlage gedeckt werden. Der nicht vor Ort genutzte Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist und über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vergütet (Einspeisevergütung).

2.1.1 Finanzierung und Investition der PV-Anlage

Siehe Kollektive Selbstversorgung, Finanzierung und Investition für die PV-Anlage.

2.1.2 Abrechnung

Die Einspeisevergütung steht der Betreiberin zu. Im Falle einer WEG gibt es zwei Möglichkeiten der Abrechnung.

Kostenfreie Bereitstellung: Der PV-Strom kann kostenfrei für den Allgemeinstrom genutzt werden und die Nebenkostenrechnung reduziert sich entsprechend. So haben alle Bewohner*innen einen Vorteil durch die PV-Anlage.

Kostenpflichtige Bereitstellung: Alternativ wird der PV-Strom häufig zum regulären Netzstrompreis angesetzt. Diese Eigenleistung muss auf der Nebenkostenrechnung ausgewiesen werden (Par. 1 Abs. 1 S. 2 BetrKV). Ob dabei die Mehrwertsteuer angesetzt wird, muss einzelfallabhängig geprüft werden.

Hinweis zu den Einnahmen aus der Einspeisung des überschüssigen PV-Stroms (aus Sicht der Anlagenbetreiberin): Ob bei der Einspeisevergütung die Mehrwertsteuer angesetzt wird, muss einzelfallabhängig geprüft werden (hängt davon ab, ob die Betreiberin beim Kauf der PV-Anlage die Kleinunternehmerregelung oder die Regelbesteuerung als Gewerbetreibende gewählt hat).

Betreiberin der Anlage

Gebäudeeigentümer*innen


Entfällt gänzlich ab 01.07.2022.


Steuern

Hinsichtlich Umsatzsteuer ist die Kleinunternehmerregelung in aller Regel möglich. Allerdings ist bei Umsatzsteuer, Gewerbesteuer als auch bei der Körperschaftsteuer eine Einzelfall-Beurteilung notwendig (Beratung durch eine Steuerfachkraft).


Messkonzept

Zweirichtungszähler für den Allgemeinstrom. Hierdurch wird lediglich der im Tagesverlauf tatsächlich im Allgemeinstrom genutzte PV-Strom als Eigenverbrauch gezählt.


Einmalig

  • Netzanschluss
  • Inbetriebnahme inkl. Meldung, dass Eigenverbrauch stattfindet
  • Marktstammdatenregister
  • Anmeldung beim Finanzamt

Jährlich

  • eingespeiste und selbstverbrauchte Strommenge (VNB)

Weitere Aufgaben

Es muss geregelt werden, zu welchen Kosten und Verteilschlüsseln der Strom weitergegeben wird.


Das Dach kann an ein Contracting-Unternehmen vermietet werden, welches die PV-Anlage errichtet und zum Zweck der Allgemeinstromerzeugung an die*den Gebäudeeigentümer*in zurückvermietet. Im Einfamilienhausbereich gibt es zahlreiche Dienstleistungsunternehmen für dieses Konzept. Sollte
man sich für Contracting entscheiden, ist jedoch im Mehrfamilienhausbereich das Mieterstrommodell üblicher.

Schritt für Schritt Anleitung

1. Vorbereitung
  • Klarheit über die genaue Durchführung des Konzepts und die Finanzierung schaffen, Verantwortlichkeiten klären: Wer hat Zeit und Lust sich zu informieren? Wer übernimmt die Abrechnung? Was kann die Hausverwaltung übernehmen? Tipp: Zusammen kommt man weiter: Ein PV-Team im Haus bilden.
  • Das Vorhaben „PV-Anlage auf dem Hausdach“ mit der Hausgemeinschaft kommunizieren: Vertrauensbasis schaffen, Informationen zu möglicher Ausführung geben, Betriebskonzept erläutern, auf alle Fragen eingehen.
  • Prüfen, ob das Dach in der Teilungserklärung der Hausgemeinschaft als Gemeinschaftsfläche deklariert ist. Das ist die Voraussetzung, damit die Gemeinschaft dort PV errichten kann. Falls nicht, muss die Teilungserklärung notariell geändert werden. Dafür braucht es einen einstimmigen Beschluss der Hausgemeinschaft.
2. Beschlussfassung (bei WEG
  • In einer Sitzung der Hausgemeinschaft wird abgestimmt, ob und unter welchen Bedingungen eine PV-Anlage betrieben werden soll. Eine Person wird ermächtigt, Angebote einzuholen und sich um die Angelegenheit zu kümmern. Diese darf dann auch über ein festgelegtes Budget z.B. Auskünfte einholen.
  • Die ermächtige Person holt drei Angebote für die PV-Anlage ein, bewertet diese und macht sie der Hausgemeinschaft zugänglich.
  • Angebote in der Hausgemeinschaft vorstellen und für eines entscheiden.
  • Festlegen des Betriebskonzeptes (in Teilungserklärung ergänzen).
3. Durchführung
  • Installation der PV-Anlage durch den Solar-Installationsbetrieb.

2.2 PV-Wärme

Betreiberin: Gebäudeeigentümer*innen
Wirtschaftlichkeit: Mittel bis hoch
EEG-Umlage: Entfällt gänzlich ab 01.07.2022
Aufwand: Mittel bis hoch

Mehrfamilienhäuser mit Wärmepumpe oder anderen großen Stromverbrauchern. Vor allem bei Neubauten mit angedachter gemeinschaftlicher Wärmepumpenheizung ist dieses Konzept sehr interessant und einfacher als eine Belieferung der Wohnungen mit Strom.


Eine weitere Möglichkeit, die Energie vom Dach in die Wohnungen zu liefern, ist die Umwandlung des Stroms in Wärme. Zusätzlich zur Deckung des Allgemeinstrombedarfs kann der Strom aus der PV-Anlage für den Betrieb einer Wärmepumpe genutzt werden, sofern diese von der Hausgemeinschaft selbst betrieben wird. Weitere große Allgemeinstromverbrauchende sind Raumlufttechnik sowie Kälte und Klima.

2.2.1 Finanzierung und Investition der PV-Anlage

Siehe Kollektive Selbstversorgung, Finanzierung und Investition für die PV-Anlage.

2.2.2 Abrechnung

Bei der Berechnung des Wärmepreises gelten dieselben Rahmenbedingungen wie unter Kapitel 2.1.2, Allgemeinstromversorgung ohne Wärme, Abrechnung.

Betreiberin der Anlage

Gebäudeeigentümer*innen


Entfällt gänzlich ab 01.07.2022.


Steuern

Hinsichtlich Umsatzsteuer ist die Kleinunternehmerregelung in aller Regel möglich. Allerdings ist bei Umsatzsteuer, Gewerbesteuer als auch bei der Körperschaftsteuer eine Einzelfall-Beurteilung notwendig (Beratung durch eine Steuerfachkraft).


Messkonzept

Zweirichtungszähler für den Allgemeinstrom. Hierdurch wird lediglich der im Tagesverlauf tatsächlich im Allgemeinstrom genutzte PV-Strom als Eigenverbrauch gezählt. Der Strombezug ist bis 30 kWp dafür EEG-umlagebefreit. Bei der reduzierten EEG-Umlage ab 30 kWp ist ein zusätzlicher Erzeugungszähler zu installieren.

Bei Wärmepumpen können ggf. „Sonnenstrom“- und Wärmepumpentarife zusammen genutzt werden. Das vorgeschlagene Messkonzept ist mit dem VNB abzustimmen.


Einmalig

  • Netzanschluss
  • Inbetriebnahme inkl. Meldung, dass Eigenverbrauch stattfindet
  • Marktstammdatenregister
  • Anmeldung beim Finanzamt

Jährlich

  • eingespeiste und selbstverbrauchte Strommenge (VNB)

Weitere Aufgaben

Es muss geregelt werden, zu welchen Kosten und Verteilschlüsseln der Strom weitergegeben wird.


Das Dach kann zusammen mit der Wärmeerzeugung an ein Contracting-Unternehmen übergeben werden – das Unternehmen betreibt dann sowohl die PV-Anlage als auch die Wärmepumpe, um die erzeugte Wärme ins Gebäude zu verkaufen.

Schritt für Schritt Anleitung

1. Vorbereitung
  • Es muss vorab überlegt und definiert werden, wie der PV-Strom für die Wärme abgerechnet wird.
  • Klarheit über die genaue Durchführung des Konzepts und die Finanzierung schaffen, Verantwortlichkeiten klären: Wer hat Zeit und Lust sich zu informieren? Wer übernimmt die Abrechnung? Was kann die Hausverwaltung übernehmen? Tipp: Zusammen kommt man weiter: Ein PV-Team im Haus bilden.
  • Das Vorhaben „PV-Anlage auf dem Hausdach“ mit der Hausgemeinschaft kommunizieren: Vertrauensbasis schaffen, Informationen zu möglicher Ausführung geben, Betriebskonzept erläutern, auf alle Fragen eingehen.
  • Prüfen, ob das Dach in der Teilungserklärung der Hausgemeinschaft als Gemeinschaftsfläche deklariert ist. Das ist die Voraussetzung, damit die Gemeinschaft dort PV errichten kann. Falls nicht, muss die Teilungserklärung notariell geändert werden. Dafür braucht es einen einstimmigen Beschluss der Hausgemeinschaft.
2. Beschlussfassung (bei WEG
  • In einer Sitzung der Hausgemeinschaft wird abgestimmt, ob und unter welchen Bedingungen eine PV-Anlage betrieben werden soll. Eine Person wird ermächtigt, Angebote einzuholen und sich um die Angelegenheit zu kümmern. Diese darf dann auch über ein festgelegtes Budget z.B. Auskünfte einholen.
  • Die ermächtige Person holt drei Angebote für die PV-Anlage ein, bewertet diese und macht sie der Hausgemeinschaft zugänglich.
  • Angebote in der Hausgemeinschaft vorstellen und für eines entscheiden.
  • Festlegen des Betriebskonzeptes (in Teilungserklärung ergänzen).
3. Durchführung
  • Installation der PV-Anlage durch den Solar-Installationsbetrieb.